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Nassverklebung im Winter: Zwischen Bangen und Fönen

Expertenrat Werbetechnik

03/03/2014

Von Klaus Willekens

Die Bauchschmerzen kennt jeder, der schon mal bei frostigen Temperaturen eine Schaufensterscheibe nass bekleben musste: Hält die Folie – oder hält sie nicht? Was sagen die Experten: Gibt es Möglichkeiten, die physikalischen Begebenheiten rund um den Gefrierpunkt auszutricksen?

Wintertemperaturen sind hartes Brot für jede Folie und alles andere als ideal, besonders wenn es um die Folierung im Außenbereich geht. Ein zusätzliches Problem ergibt sich bei der Nassverklebung:

Plotterfolien/Glattkleberfolien werden deshalb gern nass geklebt, weil es das Positionieren gerade bei großen Folien deutlich vereinfacht. Ein dünner Feuchtigkeitsfilm zwischen Untergrund und Folie sorgt dafür, dass der Kleber nicht sofort packt, die Folie also noch zu bewegen und zu korrigieren ist. Doch selbst nach dem Anrakeln verbleibt noch eine Restfeuchte. Bei warmen Temperaturen diffundiert diese innerhalb kurzer Zeit. Je kälter, desto weniger Diffusion: Bis die Folie bei Wintertemperaturen wirklich feste Haftung hat, können Tage vergehen. Wenn es in diesem Zeitraum dann auch noch friert, kann es dazu kommen, dass die Folie entweder im ganzen Stück von der Scheibe fällt oder aber reißt.

Der Kunde ist König

Natürlich ist man Dienstleister – also was tun? Wichtig: Den Kunden auf jeden Fall darauf hinweisen, was bei der Nassverklebung eventuell passieren kann! Lässt sich das Projekt nicht schieben, sollte im Angebot mehr Zeit kalkuliert werden: Die werden Sie brauchen!

Sofern es sich um Scheiben handelt: Besteht die Möglichkeit, ausnahmsweise von innen zu kleben? Ansonsten sollte die Scheibe bereits vor dem Besprühen bestmöglich angewärmt werden. Fahrzeuge oder andere mobile Gegenstände möglichst schon einen Abend vorher aus der Kälte holen. Merke: Je weicher das Sprühwasser, desto schlechter diffundiert es. Bei kalten Temperaturen also weniger Spülmittel hinzugeben, als man es normalerweise tun würde! Um die Feuchtigkeit bestmöglich auszuwischen, benötigen Sie einen harten und scharfkantigen Rakel, zum Beispiel einen Blue MAX. Ist die Grenze beim Anrakeln erreicht, hilft nur noch Wärme, um die Restfeuchte möglichst vollständig zu eliminieren. Ideal wäre dazu ein mobiler Quarzstrahler, weil dieser flächiger erwärmt als ein normaler Fön.

Gibt es Alternativen?

Bei aller Mühe muss man sagen: Ein gewisses Risiko bleibt trotzdem! Wer solches sicher vermeiden will, muss besonders bei niedrigen Temperaturen auf Folien mit anderer, besserer Klebstofftechnologie setzen. 3M™ Controltac™ würde sich beispielsweise perfekt anbieten: Hier sorgen Mikroglaskügelchen für eine ähnlich komfortable, weil ‚schwebende’ Positionierung. Doch es gibt nichts, was hinterher ausdiffundieren muss und die langen Trocknungszeiten entfallen: Nach dem Anrakeln steht sofort die volle Klebkraft zur Verfügung – egal bei welchem Wetter!

Klaus Willekens kennt alle Foliengrundlagen und deren Verarbeitungspraxis aus dem Effeff: Über 15 Jahre lang war er in den 3M Abteilungen Fertigung und Testing tätig. Seit 2006 arbeitet er in der Anwendungstechnik: Als international zertifizierter Trainer für Folienverarbeitung schult er fast täglich Teilnehmer aus der Werbetechnik und wird so immer wieder mit neuen Fragestellungen aus der Praxis konfrontiert.

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