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Die Abformung in der Zahnmedizin

Wege zur präzisen Abformung

Die Abformung in der Zahnmedizin

Die Abformung stellt einen entscheidenden Schritt innerhalb der Prozesskette zur Herstellung prothetischer Versorgungen dar. Deshalb ist es von Bedeutung, dass dieser fehlerfrei und effizient erfolgt. Dabei liegt die größte Herausforderung darin, je nach Indikation und eigenen Präferenzen das am besten geeignete Material in Kombination mit der optimalen Technik bzw. ein optisches Abformverfahren zu wählen. Voraussetzung für ein genaues Ergebnis ist außerdem die korrekte Vorbereitung und Durchführung des Abformprozesses.

Unterstützung hinsichtlich der Materialauswahl und Technik sowie der klinischen Vorgehensweise bei der Abformung inklusive Tipps und Tricks für die Assistenz bietet diese Webseite. Anhand von Falldokumentationen wird die Anwendung unterschiedlicher Techniken Step by Step erklärt. Zudem werden konkrete Tipps zur Problemlösung geboten.


Inhaltsverzeichnis :


Wissenswertes zu Abformmaterial und -technik

Eine präzise Abformung ist die Grundvoraussetzung für die Herstellung einer passgenauen indirekten Restauration. Heute sind die Abformtechniken so ausgereift, dass eine äußerst exakte Übertragung der intraoralen Situation auf das Modell erfolgen kann.

Voraussetzung hierfür ist allerdings die Wahl eines hochwertigen, auf die vorliegende Indikation abgestimmten Abformmaterials. Zudem gilt es, eine geeignete Technik auszuwählen. Eine Materialübersicht, Kurzbeschreibungen der gängigen Abformtechniken sowie Unterstützung bei der indikationsabhängigen Wahl der Vorgehensweise bietet der folgende Beitrag.

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Materialien für die Präzisionsabformung

Vor rund 250 Jahren wurden noch starre Materialien für die Abformung eingesetzt, die sich nicht als Ganzes aus dem Mund entfernen ließen. Mit den reversiblen Hydrokolloiden erfolgte 1925 die Einführung der ersten elastischen Abformmassen, mit denen dieses Problem der Vergangenheit angehörte. In den Folgejahren wurden weitere Abformmaterialien wie elastomere Polysulfide und C-Silikone (kondensationsvernetzend) entwickelt. Durchgesetzt haben sich für die Präzisionsabformung bis heute v. a. zwei Materialarten: Polyäther (von 3M ESPE 1965 eingeführt), und A-Silikone (Vinyl-Polysiloxane = VPS). C-Silikone sind sehr kostengünstig und werden aus diesem Grund noch in einigen Praxen eingesetzt.

C-Silikone

C-Silikone sind kondensationsvernetzende Materialien, die seit Mitte der 1950er Jahre für die Abformung angeboten werden. Interessant sind sie für den Anwender insbesondere aufgrund der geringen Materialkosten. Allerdings wird während des Abbindevorgangs ein Kondensat abgespalten. Dessen nachfolgende Verdunstung führt zu einer systemimmanenten Schrumpfung des Materials, die die Qualität der Abformung negativ beeinflusst. Hinzu kommt, dass C-Silikone per Hand angemischt werden müssen – ein Vorgang, der zahlreiche potenzielle Fehlerquellen birgt. Somit ist die Verwendung von Abformmaterialien dieser Klasse nicht zu empfehlen.

Polyäther

Bei Polyäther (o.a. Polyether) handelt es sich um ein hydrophiles Abformmaterial, das aufgrund der Affinität gegenüber Wasser auch im feuchten Milieu des Mundes sehr gut an die Zahnsubstanz anfließt. Diese Eigenschaft führt u. a. dazu, dass die Entnahme der Abformung eine Herausforderung darstellen kann. Polyäther zeichnet sich zudem durch eine sehr geringe Schrumpfung und ein gutes Rückstellvermögen sowie hohe Dimensionsstabilität aus. Der Übergang vom Verarbeitungsstadium in den abgebundenen Zustand erfolgt sehr schnell.

Schematische Darstellung der Hydrophilie von hydrophobem A-Silkon (links) gegenüber Polyäther (rechts). Der Wassertropfen auf dem nicht abgebundenen Polyäther bildet einen deutlich geringeren Kontaktwinkel.

Präzise Abformung gleich beim ersten Mal

Sogenanntes Snap-Set-Abbindeverhalten von Polyäther.

A-Silikone

A-Silikone bzw. VPS-Abformmaterialien sind additionsvernetzende Silikone, die seit 1975 erhältlich sind und in den vergangenen Jahrzehnten weiter optimiert wurden. Aufgrund ihrer chemischen Struktur sind A-Silikone grundsätzlich hydrophob (d. h. wasserabweisend). Durch Hinzufügen von Tensiden gelang es zunächst, eine gewisse Hydrophilie im abgebundenen Zustand zu erzielen. Seit 2013 ist auch ein Abformmaterial auf A-Silikon-Basis verfügbar, das aufgrund eines modifizierten Polyalkylenoxid-Hydrophilieverstärkers sogar eine Super-Hydrophilie bietet. A-Silikone sind außerdem dimensions- sowie temperaturstabil und bieten eine hohe Reißfestigkeit sowie ein gutes elastisches Rückstellvermögen.

Demonstration der Hydrophilie von mehreren VPS Materialien

Das A-Silikon der neuesten Generation (rechts) weist im Vergleich zu einem anderen VPS-Material (links) eine Super-Hydrophilie und einen geringen Kontaktwinkel auf.

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Materialien für die Situationsabformung

Traditionell werden für die Situationsabformung Alginate verwendet, die seit 1940 zur Verfügung stehen. Diese werden üblicherweise per Hand angemischt. Sie sollten aufgrund der geringen Dimensionsstabilität innerhalb von 15 bis 30 Minuten ausgegossen werden und lassen sich nicht über längere Zeit lagern.

Als Alternative sind inzwischen sogenannte Alignat-Ersatzmaterialien verfügbar. Dabei handelt es sich um kostengünstige A-Silikone, die sich automatisch anmischen lassen und dimensionsstabil sind.

A-Silikon für typische traditionelle Alginat-Indikationen.

Die Einfachheit des automatischen Anmischens

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Abformtechniken

Generell wird bei den Abformtechniken zwischen einzeitigen und zweizeitigen Techniken unterschieden. Innerhalb der Kategorie der einzeitigen Abformtechniken besteht eine Abgrenzung zwischen einphasigen und zweiphasigen Methoden.

Monophasentechnik

Die Monophasentechnik ist eine einzeitige, einphasige Abformmethode, bei der ein Material mittlerer Viskosität sowohl als Löffelmaterial als auch für das Umspritzen der Zähne verwendet wird. Geeignet sind hierfür Polyäther- sowie A-Silikon-Abformmaterialien. Abgeformt werden auf diese Weise vor allem supra- und paragingival gelegene Präparationen.

Doppelmischabformung / Sandwich-Technik

Zu den einzeitigen, zweiphasigen Techniken gehören die Doppelmisch- und die Sandwich-Technik . Mit diesen lassen sich ebenfalls supra- und paragingivale Präparationsgrenzen präzise erfassen. Bei der Doppelmischabformung wird ein hochvisköses Material (Putty-Konsistenz) in den Abformlöffel appliziert. Zum Umspritzen der Stümpfe findet ein Material mittlerer bis niedriger Viskosität Verwendung. Bei der Sandwichtechnik kommt die gleiche Materialkombination zum Einsatz, allerdings werden beide Materialien nacheinander in den Löffel gefüllt. Anschließend werden die Zähne wie bei der Doppelmischtechnik umspritzt. Bei beiden Techniken sind Polyäther- sowie A-Silikon-Abformmaterialien gleichermaßen geeignet.

Anwendung von Imprint™ 4 VPS

Doppelmischabformung mit Polyäther.

Doppelmischabformung mit A-Silikon (Kombination von Heavy Body und Regular Body Abformmaterial).

Korrekturtechnik

Als zweizeitige, zweiphasige Technik wird die Korrekturtechnik bezeichnet. Bei dieser erfolgt im ersten Schritt eine Vorabformung mit einem Heavy Body bzw. Putty-Material. Nach dem Abbinden wird die Abformung entnommen und so beschnitten, dass keine Unterschnitte mehr bestehen. Danach werden die Zahnstümpfe mit Abformmaterial niedriger Viskosität umspritzt und die Vorabformung mit diesem befüllt. Der Abformlöffel wird anschließend für die erneute Abformung reponiert. Diese Technik wird für A-Silikone empfohlen und ist für Polyäther ungeeignet. Aufgrund des hohen Drucks, der durch die abgebundene Erstabformung auf das dünnfließende Material ausgeübt wird, lassen sich auch subgingival gelegene Präparationsränder mit dieser Technik sehr exakt abformen. Allerdings werden die Stümpfe tendenziell unterdimensioniert dargestellt.

Korrekturabformung mit A-Silikon (Kombination von Putty-Material mit sehr dünnfließendem Umspritzmaterial).

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Indikationen

Je nach klinischer Situation bieten die unterschiedlichen Abformtechniken Vor- und Nachteile. Aus diesem Grund ist ein indikationsabhängiges Vorgehen erforderlich, um exakte Ergebnisse sicherzustellen.

Auch die Wahl des Abformlöffels sollte je nach Indikation erfolgen: Individuelle Löffel sollten im zahnlosen oder teilbezahnten Kiefer zum Einsatz kommen. Außerdem sind sie bei Patienten mit einem besonders kleinen oder großen Kiefer, ungewöhnlicher Zahnstellung oder Pfeilerposition und bei der Implantatabformung empfehlenswert. In anderen Fällen können meist konfektionierte oder individualisierte Löffel verwendet werden.

Situationsabformung

Zur Herstellung von Arbeitsmodellen, Schienen oder Provisorien ist eine zeitsparende, einzeitige Technik am besten geeignet (Monophase oder Doppelmischabformung). In vielen Fällen ist die Darstellung von Präparationsrändern nicht notwendig. Allerdings ist es wichtig, dass der gesamte Zahnbogen exakt dargestellt wird.

Situationsabformung mit einem kostengünstigen A-Silikon.

Inlays, Onlays, Veneers, Teilkronen und Adhäsivbrücken

Bei all diesen Indikationen liegen die Präparationsränder in der Regel supragingival. Aufgrund der häufig komplexen geometrischen Form (z. B. bei Inlay- oder Teilkronen-Präparationen ) ist jedoch eine hohe Detailtreue und exakte Widergabe der Dimensionen erforderlich. Somit ist eine einzeitige Abformmethode – die Monophasen - oder Doppelmischtechnik – zu wählen.

Kronen und Brücken

Bei der Abformung zur Herstellung von Kronen und Brücken hängt die Entscheidung zwischen der einzeitigen Doppelmischtechnik und der zweizeitigen Korrekturtechnik davon ab, ob die Präparationsgrenzen deutlich subgingival liegen. In diesem Fall ist die Korrekturtechnik zu wählen. Anderenfalls ist auch die einzeitige Abformtechnik empfehlenswert.

Die Korrekturtechnik eignet sich, um stark subgingival liegende Präparationsränder detailgetreu abzuformen.

Kombinierter Zahnersatz

Für die Herstellung kombinierten Zahnersatzes ist zunächst eine Abformung der Pfeilerzähne durchzuführen. Dabei ist ebenso wie im Rahmen der Fertigung von Kronen und Brücken je nach Lage der Präparationsränder die Doppelmisch- (supragingival) oder Korrekturtechnik (subgingival) empfehlenswert. Für die folgende Abformung der Situation mit Primärkappen ist eine einzeitige Technik zu wählen. Da die Primärkappen in der Abformung verbleiben und haften sollen, eignet sich Polyäther Abformmaterial mit seinem außergewöhnlich guten Anfließverhalten sehr gut.

Implantate

Um Implantatpositionen und deren Ausrichtung im dreidimensionalen Raum exakt auf das Modell zu übertragen, sind je nach verwendetem Implantatsystem verschiedene Hilfsmittel verfügbar. Es werden systemabhängig unterschiedliche Abformtechniken empfohlen.

Werden für die Übertragung Transferkappen verwendet, die in der Abformung verbleiben (Transfertechnik), so wird eine einzeitige Abformtechnik unter Einsatz von Polyäther empfohlen. Gleiche Material- und Technikwahl gilt bei Nutzung eingeschraubter Abformpfosten, die in der Abformung verbleiben (Pick-up-Technik). Der Unterschied besteht darin, dass bei Transferkappen ein geschlossener und bei Abformpfosten ein offener Löffel erforderlich ist. Die Repositionstechnik mit offenem Löffel und eingeschraubten Abformpfosten wird nicht empfohlen. Hierbei verbleiben die Abformpfosten auf den Implantaten und müssen anschließend neu in der Abformung positioniert werden, wodurch Ungenauigkeiten entstehen können.

Implantatabformung mit Polyäther.

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Indikationsabhängige Material- und Technikwahl

Wer Abformmaterial und -technik sorgfältig auswählt, schafft beste Voraussetzungen für ein präzises Ergebnis. Weiterführende Informationen zum Thema bietet beispielsweise das Abformkompendium „Präzisionsabformungen – Ein Leitfaden für Theorie und Praxis“.

Weiterführende Informationen:

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